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Salzburg, 16.01.2014

Jobreportage 21: Der Weg zum Beruf – Berufswahl!

Es gibt unzählig viele Berufe auf der Welt. Man könnte sagen, so viele Berufe, wie es Menschen gibt, die sie ausführen können. Klar, dass da die richtige Berufswahl nicht leicht fällt. Wie finde ich also den richtigen für mich? Es ist zuerst einmal wichtig, dass man dem Thema Berufswahl ohne Angst entgegentritt. Wer Angst hat, die falsche Wahl zu treffen, kann beruhigt sein. Ein Beruf ist nichts Endgültiges.

Am besten stellt man sich die W-Fragen. So habe ich das bei meiner Wahl auch getan.
Was macht mir Spaß? Was kann ich am besten? Wofür interessiere ich mich? Und wofür würde ich morgens (mehr oder weniger) freiwillig aufstehen?

Schule fertig, und nun?
Vielen geht es ähnlich. Man macht sich einfach noch nicht so viele Gedanken und plötzlich hat man das letzte Zeugnis in der Hand. Was ist zu tun? Eigentlich ganz einfach: sich informieren, sich selbst Fragen stellen. In letzter Sekunde ein Praktikum zu machen, hat meiner Meinung nach meist wenig Sinn. Besser man stellt sich die Frage: Mache ich das Praktikum, weil mich der Job interessiert oder weil ich einfach noch ein wenig Zeit will? Wichtiger ist zu wissen: Was will ich überhaupt?

Beim AMS gibt es unter www.berufskompass.at/jugendkompass die Möglichkeit, einen Test zu machen, um eventuell einen Schubs in die „richtige“ Richtung zu bekommen. Man kann sich aber auch von Bekannten, Freunden und Familie inspirieren lassen, so wie ich das getan habe. Mein Bruder – jetzt Projektmanager – war zuvor Medientechniker und hat mir einen Einblick in seine Arbeit gewährt. Ich konnte ihm zusehen, ihm Fragen stellen und auch selbst Dinge ausprobieren. Das half mir sehr viel weiter. Vielleicht hat auch aus deinem Familien- oder Bekanntenkreis jemand eine Firma oder Kontakte oder lässt dich auch mal in seinen Beruf hineinschnuppern?

Ich bin eine Frau, ich kann/darf das nicht.
Das ist Schwachsinn! Man darf als Frau alles machen, was ein Mann auch macht. Wenn du also Lust auf Autos oder Computer hast, dann solltest du dich auch in diese Richtung bewegen. Sara (19), eine Bekannte meines Bruders, hat sich für den Beruf Informationstechnologie entschieden und hat nun ihre Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung bestanden. Sie war eines der wenigen Mädchen (zwei, um genau zu sein) in ihrer Klasse. Natürlich ist sie oft auf Ablehnung gestoßen, aber sie hat sich davon nicht unterkriegen lassen. Was ihr Spaß macht, macht ihr nun einmal Spaß. Da will sie sich von niemand reinreden lassen, nur weil sie ein Mädchen ist. Es gibt schon viele Projekte zur Förderung von Mädchen in der Technik. Beim AMS zum Beispiel gibt es das FiT-Programm (www.ams.at/fit), das Frauen bei ihrem Einstieg in technische Berufe hilft.

Als kleines Kind wollte ich Feuerwehrmann werden ...
... und du kannst es heute immer noch werden! Kinderträume sollte man nicht einfach so vergessen. Wolltest du wie mein Berufsschul-Kollege Markus (26) Legotechniker werden? Das war sein Wunsch mit fünf Jahren. Er hat sich immer gedacht, die Lego-Spielsachen werden von Legotechnikern entworfen und zusammengebaut. Heute ist er Medientechniker. Er hat sich auf das Arbeiten mit 3D-Modelle spezialisiert. Er entwirft und visualisiert zwar keine Lego-Spielsachen, dafür aber Logos, Gegenstände und sogar Häuser.

Will ich das für immer machen?
Diese Frage muss man sich eigentlich nicht stellen. Man weiß nämlich nie, was die Zukunft noch bringt. Vielleicht sieht es in drei Jahren wieder ganz anders aus. Man hat andere Interessen und Vorstellungen. Auch die Wünsche und Bedürfnisse ändern sich.

Ich habe aufgrund des Wunsches meines Vaters zuerst den Beruf Restaurantfachfrau ausgeübt, da er Besitzer eines Restaurants war und mich gerne als seine Nachfolgerin gesehen hätte. Leider bin ich schnell drauf gekommen, dass das nichts für mich ist. Für mich war es schwer, jeden Tag aus dem Bett zu kommen und in die Arbeit zu gehen und ich sah schnell ein, dass das keine Zukunft hat. Ich habe also einen Schlussstrich gezogen und wechselte in einen absolut anderen Beruf: Mediendesignerin/-technikerin.

Meine Arbeitskollegin Karo (23 Jahre) konnte wiederum aus körperlichen Gründen ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben und musste sich neu orientieren. Sie war zuvor Masseurin, hatte aber Probleme mit den Handgelenken und wechselte in die Grafik, da sie gerne zeichnet.

Und erst letztens habe ich einen Kurs absolviert und die Leiterin erzählte, sie habe eine Lehre zur Kellnerin gemacht. Irgendwann aber merkte sie, dass sie nicht mehr motiviert zur Arbeit ging. Sie schaffte es kaum noch aus dem Bett, wenn sie wusste, dass sie arbeiten musste. Sie sah sich nach einem anderen Beruf um, holte die Matura nach, studierte Kommunikationswissenschaft und orientierte sich beruflich neu. Heute ist sie Leiterin von diversen Kursen zum Thema Teamarbeit.

Man sieht: Viele Wege führen nach Rom. Du hast eine riesige Auswahl und einiges an Möglichkeiten, die dir offen stehen, um auf deinen Beruf zu kommen!

Zur Autorin:
Nicol, 19 Jahre, Salzburg



Fotocredit: AMS/Frank Helmrich



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