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Wien, 14.01.2014

Jobreportage 18: Einblicke in den Beruf eines Regisseurs

Ethan Vincent ist der Vater eines Schulkollegen von mir. Er ist selbstständiger Regisseur und Filmemacher im 4. Bezirk in Wien. Mich fasziniert dieser Beruf und ich finde es einfach toll, Bild und Ton aufzunehmen und daraus etwas zu machen. Außerdem kommt man in diesem Beruf sehr viel herum und lernt sehr viele verschiedene Menschen kennen.

Jobreporter: Du bist Filmemacher, wie würdest du deinen Beruf beschreiben?
Ethan Vincent: Abwechslungsreich, stressig, aber sehr kreativ, man hat mit sehr vielen verschiedenen Menschen zu tun, und man lernt immer neue Sachen, mit denen man sich vorher noch nicht beschäftigt hat.
 

Jobreporter: Wie und wann bist du auf die Idee gekommen, Filmemacher/Regisseur zu werden?
Ethan Vincent: Ich war schon immer gerne kreativ. Ich habe in meiner Jugend viel fotografiert, im Theater ein paar Kleinigkeiten gemacht und hatte den Drang, etwas Kreatives zu machen. Aber der Gedanke, Filmregisseur zu werden, kam mir, als ich in Wien Theaterwissenschaft studierte. Ich hatte dadurch immer mehr und mehr mit Theater zu tun und da wusste ich auf einmal, dass ich mich mehr in Richtung Film bewegen sollte. Danach bin ich nach Amerika gegangen und habe dort ein vierjähriges Regiestudium begonnen und den Bachelor in Filmregie gemacht.

Jobreporter: Gibt es noch andere Ausbildungswege, um Regisseur zu werden?
Ethan Vincent:  Es gibt den sogenannten „nicht Ausbildungsweg“. Es gibt auch Quereinsteiger, die es ohne entsprechende Ausbildung geschafft haben, Regisseur zu werden, zum Beispiel der Regisseur von „Spy Kids“, Robert Rodriguez. Der meint, wenn man Filmemacher werden will, soll man einfach viele Filme „schießen“ und damit lernt man genug. Es gibt also auch Karriere, wo ein Schulabschluss nicht ganz das Wichtigste ist. Also der Werdegang muss nicht immer der gleiche sein. Man muss aber vor allem kreativ sein und seine Arbeit gut verkaufen können.

Jobreporter: Was sind die positiven Dinge an diesem Beruf?
Ethan Vincent: Kein Tag ist wie der andere, also man geht nicht von 9 bis 17 Uhr ins Büro, sondern jedes Projekt hat seinen eigenen Chef, seine eigenen Stunden und sein eigenes Thema und seine eigene Kreativität. Und damit ist dieser Beruf irrsinnig abwechslungsreich.

Jobreporter: Was sind die vielleicht negativen Seiten dieses Berufs?
Ethan Vincent (lacht): Oft arbeitet man 60 bis 80 Stunden pro Woche an einem Projekt, und oft ist es so, dass man viele Sachen in kurzer Zeit erledigen muss. Manche Regisseure finden es auch negativ, dass man keinen fixen Arbeitsplan hat. Und natürlich ist das Einkommen pro Monat immer anders.

Jobreporter:  Du bist ja viel herum gekommen, wo warst du überall und wo war dein aufregendster Shoot?
Ethan Vincent: Ich war bereits in Island, Ägypten, Hawaii, Kanada, viel in Nordamerika, Australien, auch sehr viel in Europa, England, Irland, Schottland, Frankreich, Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien.
Eines meiner aufregendsten Erlebnisse war das Kalaupapa-Projekt auf Hawaii. Das war ein Dokumentarfilm über die letzte Leprakolonie Nordamerikas. Mit den Patienten zu arbeiten, das war schon sehr interessant, und auch die Kultur dort kennenzulernen und dort auf diesen schönen Inseln zu sein.

Jobreporter: Wie finanzierst du deine Filme? Also wenn du ein Projekt planst, gibt es da einen Produzenten oder einen Sponsoren, den du finden musst?
Ethan Vincent: Das ist bei jedem Projekt natürlich anders. Zum Beispiel bei Werbung gibt es einen Auftraggeber. Aber wenn man jetzt selbst ein Projekt verwirklichen möchte, dann sucht man nach einem Produzenten oder einer Produktionsfirma. Mit diesen geht man dann zu verschiedenen Institutionen, also zum Beispiel zum Fernsehen und legt dort einen ganz genauen Vorschlag vor, präsentiert das Konzept des Filmes und bittet um eine bestimmte Geldsumme. Dann gibt es aber auch noch andere Wege, zum Beispiel Privatsponsoren, Organisationen oder Personen, die ein bestimmtes Projekt finanziell unterstützen, weil sie sich mit diesem Thema identifizieren.

Jobreporter: Was würdest du jungen Menschen raten, die ähnliche Berufswünsche haben?
Ethan Vincent: Ich würde ihnen raten, sich so bald und so viel wie möglich mit Filmen zu beschäftigen. Man sollte sich viele Filme anschauen, hinterfragen, warum man bestimmte Filme mag oder nicht, was an einem Film gut oder schlecht war. Und natürlich gar nicht scheu sein, sich mit Filmemachern und Filmemacherinnen zu unterhalten. Es gab auch Jugendliche, die ihren Film an Steven Spielberg geschickt haben, um seine Meinung dazu zu erfahren. Und der hat oft zurückgeschrieben. Also gar nicht scheu sein!

Jobreporter: Danke fürs Interview!

 
Mehr über : http://www.exileproductions.com/

Infos zu Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich:
Berufslexikon
BerufsInformationsComputer 

Zum Autor:
Constantin, 14 Jahre, Wien



Fotocredit: AMS/Frank Helmrich



 

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