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Sierning/Oberösterreich, 13.01.2014

Jobreportage 16: Die Qual der Wahl - Von der Schwierigkeit, sich entscheiden zu müssen

Das Bild, das momentan in vielen Medien von jungen Menschen, der sogenannten Millennial Generation, gezeichnet wird, ist ebenso negativ wie konträr. Man wirft uns vor, wir seien oberflächlich, faul, gleichzeitig hätten wir zu hohe Erwartungen und seien zu ehrgeizig. Worin sich die Autor/innen jener Artikel jedoch einig sind, ist die Tatsache, dass die Millennials zu Ich-fixiert seien und sich als privilegierter (im Sinne von Beförderungen etc.) erachten, als sie in Wahrheit sind.

Die Gründe dafür sind simpel. Im Vergleich zu unseren Großeltern beziehungsweise Urgroßeltern wachsen wir in einer Zeit auf, in welcher der Krieg lange her ist oder zumindest weit entfernt von uns stattfindet. Die Medizin ist fortschrittlich, und Hungersnöte gibt es auch keine. Einfach gesagt: Uns geht's gut. Vielleicht ein wenig zu gut (auch wenn wir uns das ungern eingestehen). Unsere Eltern sagen uns, wir könnten alles werden und im Vergleich zu der wahrscheinlich noch autoritäreren Großelterngeneration machen sie uns auch keine Vorschriften, was wir werden sollen. Aber wer alles werden kann, wird, um es mit Sartre zu formulieren, in eine Art von Freiheit geworfen, die in erster Linie zwar ein Privileg ist und als solche auch in keinster Weise zu kritisieren ist. Gleichzeitig wird dem Jugendlichen damit jedoch auch eine Verantwortung auferlegt, die zum Problem werden kann, wenn man vielleicht nicht eine große Leidenschaft hat, sondern viele kleine, und die Frage nach der Berufsentscheidung zur Qual wird.

Darüber hinaus definiert man sich immer mehr über den Beruf, der auch immer mehr zur Berufung sublimiert wird. Vielen von uns reicht es nicht, den Beruf als Mittel zum Zweck für Wohlstand und Sicherheit zu sehen. Statt nach einer sicheren Karriere streben wir nach einer erfüllenden Karriere. Finanzielle Sicherheit alleine reicht nicht aus.

Ich denke, dass es sehr wichtig ist, an persönlichen Zielen festzuhalten. Wer hohe Erwartungen hat, geht aber auch das Risiko ein, enttäuscht zu werden. Wie alles im Leben hat auch jeder Beruf negative Aspekte. Doch davon sollte man sich nicht entmutigen lassen und sein Ziel weiter verfolgen, auch wenn der Weg dahin manches Mal mühsam sein mag.

Zur Autorin:
Edda, 17 Jahre, Sierning/Oberösterreich



Fotocredit: AMS/Frank Helmrich



 

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