Home
Schule
Studium
Lehre
Berufsorientierungs-LehrerInnen
AMS Jobreporter/innen
AMS Jobreporter/innen
AMS Jobreportage

Wien, 17.12.2013

Jobreportage 14: (Berufs)Matura leicht gemacht

Berufsmatura? Was ist das, hab ich mich gefragt und für Wien recherchiert, warum man einmal in der Woche drei Stunden extra Unterricht nehmen sollte. Und warum diese drei Stunden in der Woche dir dann später mehr Geld verschaffen.

Die Berufsmatura ist für alle Lehrlinge, die einen Lehrvertrag oder schon die Hälfte ihrer Lehrzeit in einem Lehrbetrieb absolviert haben und die Matura machen wollen. Die Berufsmatura, die auch Berufsreifeprüfung heißt, ist für alle da, die sich das Leben einfacher machen wollen. Denn man besucht die Berufsmatura in der Regel bis zu fünf Jahre, die Länge ist aber je nach Lerngeschwindigkeit flexibel. Nach der Berufsmatura hat man für den gleichen Job mehr Verdienst und mehr Karrieremöglichkeiten. Übrigens ist die Berufsmatura auch eine Eintrittskarte für Uni, Pädagogische- oder Fachhochschulen.

Prüfungen leicht gemacht
Es gibt vier Module – Deutsch, Mathe, lebende Fremdsprache und den Fachbereich (je nach Lehrberuf). Pro Modul gibt es eine Prüfung, die zweimal wiederholt werden kann. Eine der vier Prüfungen muss während der Lehrzeit gemacht werden, der Rest kann nach der Lehrzeit noch innerhalb von fünf Jahren gemacht werden, also allzu schwer kann es nicht werden. Pro Jahr kann man ein Modul machen, das wäre Standard, oder man kann es auch langsamer machen, wenn man den Eindruck hat, man braucht noch ein bisschen Zeit (die Zeit ist wie gesagt total flexibel). Um für die Prüfungen gut vorbereitet zu sein, finden die Kurse meist einmal wöchentlich in der Berufsschule statt – es gibt also innerhalb Wiens auch keine weiten Wege zu den Kursräumen.

Die große Angst?
Für alle die meinen, ich schaffe es nicht, ich habe Angst vor der Prüfung, gibt es in Wien Coaches, die den Teilnehmern bei der Zeitplanung, bei Motivationsproblemen oder wenn man einfach skeptisch ist, ob die Berufsmatura das Richtige ist, helfen – und das alles *trommelwirbel* GRATIS. Ja, richtig gelesen, Beratung, Kurse, Vorbereitung und der Rest sind gratis. Der ganze Kurs kostet dem Staat mit allem Drum und Dran ca. 6.000 Euro und ihr zahlt nichts! Ok, zugegeben, ihr müsst was zahlen, aber nur 50 Euro für den Taschenrechner, ansonsten nichts.
Was man braucht, ist eine aktive E-Mail-Adresse, einen Lehrvertrag oder eine bereits zur Hälfte absolvierte Lehre und den Besuch eines Infoabends. Ab da geht’s dann los. Krass, oder? Kein Aufnahmetest oder Gespräch. Und wenn man merkt, dass es doch nicht das Richtige ist und man aussteigen oder unterbrechen will, kann man das in Abstimmung mit dem Kursveranstalter machen. Die entstehenden Gebühren müssen nicht zurückerstattet werden.

Lernen und Arbeiten
Die Berufsmatura kann in der Freizeit oder auch während der Arbeitszeit besucht werden. Alle, die das machen wollen, müssen nur ihren Chef/Arbeitgeber überzeugen. Hier gleich ein paar Gründe, einen Lehrling zur Berufsmatura zu schicken: Lehrbetrieben, die ihren Lehrlingen die Berufsmatura ermöglichen, wird die kollektivvertragliche Lehrlingsentschädigung während der Kurszeit ersetzt, die Betriebe müssen also auch nichts für die Berufsmatura bezahlen und bekommen noch dazu eine Förderung. Für gute Leistungen des Lehrlings kann der Betrieb Auszeichnungen gewinnen. Die Betriebe werden darüber hinaus medial hervorgehoben und positiv erwähnt und das bedeutet gratis Werbung für den Betrieb. 

Mehr Infos in jeder Berufsschule, unter www.berufsmatura-wien.at oder unter der (auch) Gratis-Berufsmaturanummer 0800 501 530

Zum Autor:
Fatih, 17 Jahre, Wien
Bis 2012 Hauptschule Grenzacker Straße im 10. Bezirk. Im Anschluss ein Jahr freie Beschäftigung und Fortbildung im Bereich Schauspiel und Moderation. Danach entschied er sich, eine Lehre zu machen. Seit September 2013 macht er eine überbetriebliche Ausbildung zum Medienfachmann –Marktkommunikation und Werbung. In seiner Freizeit engagiert er sich weiterhin für Moderation und Schauspiel und arbeitet an den unterschiedlichsten Projekten mit, etwa bei einer Webseite für junge Filmemacher oder bei der Produktion eines Musikvideos von jungen Bands.



Fotocredit: AMS/Frank Helmrich

 

<< zurück  -   Übersicht   -  weiter >>
Artikel drucken Artikel per E-Mail versenden
JOBfenster
Jobreporter/innen
Karrierekompass
Clevere Girls
Beruf des Monats