Home
Schule
Studium
Lehre
Berufsorientierungs-LehrerInnen
AMS Jobreporter/innen
AMS Jobreporter/innen
News Arbeitszimmer.cc

Wien, 09.12.2013

Jobreportage 8: Berufsinformation für Jugendliche und warum diese tatsächlich Sinn macht

Jugendliche haben heutzutage eine schier endlos scheinende Auswahl an Berufszweigen und möglichen Karrieren, welche sie einschlagen können. Dennoch erhält man, wenn man einer Schulklasse die Frage nach deren Jobwünschen stellt, meist nur flüchtige, wenn überhaupt irgendwelche Antworten. Um dem entgegenzuwirken, gibt es „Berufsinformation“. Und obwohl das Thema bei jungen Menschen zuerst meist auf Abneigung stößt, ist es doch eine Chance, viel über passende Berufe und auch über sich selbst zu erfahren.

Ob früher oder später, ob mitten in der Pubertät oder mit der Matura in der Tasche – allen Jugendlichen stellt sich irgendwann die Frage, was für einen Beruf sie denn erlernen möchten. Wenn er sie sich nicht selbst stellt, dann erledigen das die Verwandten für ihn. Da soll man dann Initiative ergreifen, über sein späteres Leben nachdenken und natürlich „schauen, dass etwas aus einem wird“ – also kurzerhand tausend Dinge tun, die bei jungen Menschen alle nicht gerade zu Begeisterung führen. Was fällt dem Leben denn da auch ein? Schließlich hat man als Jugendlicher schon genug Probleme, mit denen man sich herumschlagen muss. Da wird jeglicher Gedanke an die Zukunft ganz schnell aus dem Kopf verbannt, allerdings nicht nur aufgrund von Faulheit oder Antriebslosigkeit, sondern oftmals bedingt durch Unwillen, beinahe bereits Angst, in seinen jungen Jahren schon einen derartigen Entschluss zu fassen, dessen Folgen das ganze Leben beeinflussen können und werden.

Da freut sich dann jeder Schüler und jede Schülerin, wenn, passend zum vielleicht baldig eintretenden Schulwechsel in der vierten oder wahlweise auch in der siebten oder achten Klasse,  verkündet wird, dass man sich nun mit etwas durchaus ominös klingendem namens Berufsinformation beschäftigen wird. Woran Jugendliche bei dem Begriff denken, ist sehr unterschiedlich, bei mir jedenfalls, als unser Jahrgang sich mit dem Thema Arbeit und der Frage, wie es nach der Schule weitergehen soll, beschäftigte, rief er Vorstellungen von endlosen Interessentests und unangenehmen Beratungsgesprächen hervor. Und wobei dies natürlich auch zu dieser Berufsinformation dazugehört, sollte ich herausfinden, dass da auch tatsächlich wesentlich mehr drinsteckt, als man auf den ersten Blick vermutet.

Berufsinformation – Was ist das überhaupt, und welche Möglichkeiten habe ich?
Schon sehr bald durften wir dann herausfinden, was diese Berufsinformation denn nun ist. Wir führten zwar tatsächlich eine Menge Interessens- und Neigungstests durch, hatten die Aufgabe, uns über das von uns gewählte Berufsfeld zu informieren und natürlich, schulisch bedingt, auch eine Arbeit zu schreiben. Wir besuchten auch das AMS für ein Beratungsgespräch, sowie die best³ Messe – alles wunderbare Optionen, um mehr über die Berufswelt zu erfahren. Ohne dass wir es realisierten, stellten unsere Lehrerinnen und Lehrer ein richtig tolles Programm für uns zusammen.
Schulklassen, die zum AMS für ein Gruppenberatungsgespräch kommen, sind übrigens keine Seltenheit. Beinahe täglich sind welche im Beratungszentrum, meint AMS-Jugendberaterin Daniela Lander, und nicht selten haben die Schülerinnen und Schüler so gut wie keine Ahnung davon, wo ihre Interessen liegen. Natürlich kann man das AMS aber auch alleine, ohne Klasse, aufsuchen.

„Jeder geht aus dem Beratungszentrum verbessert wieder raus“
Überhaupt bietet das Beratungszentrum des Arbeitsmarktservices für absolut jeden irgendetwas. Daniela Lander zufolge kommen Jugendliche jeden Alters und jedes sozialen Hintergrunds in eines der vielen Zentren in Wien. Viele glauben, das AMS erst konsultieren zu können, wenn sie bereits eine vage Vorstellung von dem Weg haben, den sie einschlagen möchten. Das ist aber falsch. Jugendlichen, und selbstverständlich auch Personen jedes anderen Alters, die noch keine oder so gut wie gar keine Pläne oder Ideen für ihre Zukunft haben, wird hier persönlich geholfen. Dies komme sogar sehr häufig vor, meint Daniela Lander. Die sind am besten mit einem persönlichen Beratungsgespräch bedient, für das sich die Beraterinnen und Berater des AMS jeweils viel Zeit nehmen. Ob dann nicht mit Wartezeiten zu rechnen sei? Die gäbe es tatsächlich, allerdings kann dem vorgebeugt werden, wenn man sich vorher einen Termin ausmacht. Außerdem kann man während des Wartens immer noch die Neigungs- oder Interessenstests durchführen oder sich in den zahlreichen Broschüren, die sich in den Schränken des Beratungszentrums türmen, vertiefen.

Die Broschüren fand ich persönlich besonders interessant und hilfreich. Es gibt zahlreiche, die jeden erdenklichen Beruf gut beschreiben, aber auch solche, die sich mit der Frage nach dem „Wie geht es weiter?“ beschäftigen, ob nach der Pflichtschule, der Lehre, der Matura oder auch der Universität. Im Prinzip also perfekt für Jugendliche.

Auch ein Berufslexikon kann man dort finden, Beschreibungen und Vergleiche sämtlicher Berufe verschiedener Branchen und jede Menge andere tolle Sachen. Ehe man es sich versieht, hat jeder etwas für ihn Interessantes gefunden und festgestellt, dass über die Arbeit, die man in der Zukunft gerne ausüben würde, zu fantasieren, richtig Spaß machen kann.

Der nächste Schritt könnte dann sein, die best³ Messe zu besuchen, die immer im Mai in Wien stattfindet. Hierher sollte man allerdings nicht unvorbereitet kommen, da man sonst Gefahr läuft, von der schieren Masse der Angebote erschlagen zu werden.

Natürlich bietet es sich auch an, sich zuhause weiter mit dem Thema zu beschäftigen, durch Internet-Recherche etwa oder genaues Studieren der eingeheimsten Broschüren. Ein Praktikum könnte man machen oder sich in einer Universität in eine Vorlesung setzen. Aber darauf einzugehen würde den Rahmen sprengen.

Ich hoffe, mit diesem Bericht konnte ich einen Einblick in die vielen Optionen geben, die Jugendliche heutzutage haben, wenn es um das Thema Berufswahl geht. Meiner Generation steht praktisch jede Ausbildung offen.
Und auch wenn wir unsere Lehrerinnen und Lehrer für die zusätzliche Arbeit, die uns aufgehalst wurde, verfluchen, so sollten wir ihnen eigentlich dankbar sein. Denn von alleine wären wir nie auf die Idee gekommen, zum Beratungszentrum des AMS oder zur best Messe zu spazieren und all diese Möglichkeiten auch zu nutzen. Und alle Jugendlichen, die diesen Artikel nun lesen, und ich hoffe, dass da doch der ein oder andere dabei ist, sollten dies auch tun. Gebt euch einfach einen Ruck und informiert euch, lasst euch beraten. Ihr werdet sehen, dass sich viele Türen öffnen werden und dass es ein gutes Gefühl ist zu wissen, was man später aus seinem Leben machen will.

Ein paar Links zum Thema:
http://www.arbeitszimmer.cc/ - Die Jugendplattform des AMS rund um das Thema Beruf
http://www.gehaltskompass.at/ - Hier findest du Vergleichs­werte zu den Gehältern von fast 1.800 Berufen.
http://www.ams.at/berufslexikon/ - Ausführliche Berufs­beschreibungen zu fast 1.800 Berufen
http://www.berufsinteressentest.at - Finde mehr über Deine persönlichen Interessen und Neigungen heraus
http://www.berufskompass.at/jugendkompass/ - Der Jugendkompass unterstützt dich bei der Suche nach Deinem Beruf 
BeStInfo.at - Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung

 

Zum Autor:
Lukas, 17 Jahre, Wien




Fotocredit: AMS/Frank Helmrich

 

<< zurück  -   Übersicht   -  weiter >>
Artikel drucken Artikel per E-Mail versenden
JOBfenster
Jobreporter/innen
Karrierekompass
Clevere Girls
Beruf des Monats