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April 2018: BiotechnologIn
Was haben manche Nahrungsmittel mit Kosmetika gemeinsam? Was Textilien mit Arzneimittel? Was Papier mit Futtermittel? Man könnte meinen, nicht sehr viel. Doch weit gefehlt. Die Herstellung all dieser genannten Dinge ist heute ohne die Anwendung biotechnologischer Methoden und Verfahren kaum mehr vorstellbar. Dafür bedarf es vieler gut ausgebildeter Biotechnologinnen und Biotechnologen.

Bei der Biotechnologie handelt es sich um eine sogenannte interdisziplinäre Wissenschaft. Darunter versteht man, dass Wissen aus verschiedenen Fachrichtungen herangezogen und miteinander verknüpft wird. Hier ist es das biologische Wissen, das in die Technik Einzug erhält. Immer wichtiger werden auch nanotechnologische Einflüsse (also das Wissen um sehr kleine Teilchen).

Haupttätigkeit:
Biotechnolog(e)innen verarbeiten Rohstoffe biologischen Ursprungs mit Hilfe von chemischen oder verfahrenstechnischen Methoden. Ein wichtiges Werkzeug hierfür sind Enzyme. Ein Enzym ist ein biologischer Stoff, der eine chemische Reaktion anstoßen oder beschleunigen kann. Ein Beispiel hierfür ist die Fermentation (also beispielsweise die Alkoholgärung oder die Joghurt- und Käseproduktion), bei der ein Enzym oder Ferment die Umwandlung von organischen Stoffen etwa in Alkohol ermöglicht. Biotechnolog(e)innen benötigen also nicht nur das theoretische Wissen was beispielsweise bei der Fermentation vor sich geht, sondern auch das technische Wissen, wie man daraus notwendige Produkte des Alltags herstellt. Die Biotechnologie hat viele Anwendungsfelder. Um diese einfach unterscheiden zu können, werden den verschiedenen Feldern der Biotechnologie oft Farben zugeordnet:

Die graue Biotechnologie steht für Anwendungen in der Umwelttechnik.
Die rote Biotechnologie befasst sich mit Medizin, insbesondere mit der Diagnostik.
Die blaue Biotechnologie steht für Anwendungen in der Aquakultur.
Die grüne Biotechnologie beschäftigt sich mit Landwirtschaft und Ernährung.
Die weiße Biotechnologie steht für industrielle Anwendungen.

Beschäftigungsmöglichkeiten und Berufsaussichten:
Biotechnolog(e)innen sind in sehr unterschiedlichen Feldern beschäftigt. Sie werden in der Lebensmittelindustrie ebenso benötigt wie in der Pharmaindustrie. In der Umwelttechnik ebenso wie in der Kosmetikindustrie.

Biotechnolog(e)innen, die interdisziplinär im Bereich Medizin tätig sind, könnten in Zukunft stärker nachgefragt sein. Sie können forschend im Rahmen der Problemlösung mitwirken, z.B. bei Erkrankungen, deren Ursachen im Nanometerbereich liegen (z.B. Viren und Krebszellen) oder Ablagerungen bei Arteriosklerose.
Biotechnolog(e)innen sind auch verstärkt im Bereich der Energietechnik (z.B. Biokraftstoffe aus Mikroalgen) gefragt.

Mit zunehmender Nutzung erneuerbarer Energien und der Verbreitung von Elektroautos arbeiten sie ferner gemeinsam mit NanotechnikerInnen an Innovationen bezüglich der Speicherung von Energie (z.B. Entwicklung und Optimierung leichtgewichtiger Superkondensatoren) oder an strömungstechnischen Problemstellungen.

Einkommen:
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: ca. 2.780,-- bis 3.080,-- Euro brutto pro Monat

Fachliche und persönliche Anforderungen:
Analytisches und mathematisches Denken, gute Sinneswahrnehmung (Sehvermögen, Geruchssinn) und wissenschaftliche Neugier sind ebenso notwendig wie eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber Chemikalien (Geruch, Haut).

Unser Tipp für deine Ausbildung:

Die Biotechnologie ist eine Querschnittstechnologie und verschmilzt zunehmend mit der Nanotechnologie. Es gibt daher auch interdisziplinäre Studienrichtungen als Kombination aus Biotechnologie und Nanotechnologie. Neue Möglichkeiten erschließen sich auch in der Medizin in Kombination mit der Nanotechnologie (z.B. Nanotoxokologie).

  • Uni: z.B. Lebensmittel- und Biotechnologie, Biomedizin und Biotechnologie, Mikrobiologie, Molekulare Biologie, Biologische Chemie, Technische Chemie, Safety in the Food Chain.
    Des Weiteren: Biological Chemistry, Chemistry (BSc, MSc), Polymer Chemistry (MSc)
  • FH: z.B. Bio- und Lebensmitteltechnologie, Molekulare Biotechnologie, Bioengineering, Biomedical Engineering, Biotechnische Verfahren, Bio- und Umwelttechnik, Medizinische und pharmazeutische Biotechnologie, Biomedizinische Analytik, Massenspektrometrie und molekulare Analytik (MSc).

Vielleicht hast du unterschiedliche Interessen, bei denen du bislang nicht wusstest, wie du sie beruflich miteinander vereinbaren könntest? Dann ist ein interdisziplinärer Beruf wie Biotechnolog(e)in möglicherweise genau das Richtige für dich!

Du hast Lust auf diesen Beruf bekommen und möchtest einen Einblick in die Arbeit von Biotechnolog(e)innen erhalten? Dann schau dir folgende Videos an:
Biotechnolog(e)in
Biotechnolog(e)in Mikrobiologie
VerfahrenstechnikerIn Bioverfahrenstechnik

Hast du noch Fragen oder interessierst du dich für einen anderen Beruf?
Dann schau einfach in das große AMS-Berufslexikon.

 

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