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Mai 2017: GewerblicheR MasseurIn
Haupttätigkeit:
Bei einer Massage werden die Haut, das Bindegewebe und die Muskeln mit den Händen und Fingern gedrückt, gedehnt und gezogen. Die Wirkungen dieser Behandlung reichen von einer Verbesserung der Durchblutung, einer Lockerung und Entspannung der Muskeln, einer Verbesserung des Stoffwechsels im Gewebe bis hin zur Verminderung von Stress und zur psychischen Entspannung.

Gewerbliche MasseurInnen führen vor allem Massagen zur Erhaltung des allgemeinen Wohlbefindens und zu sportlichen Zwecken durch, aber auch Bewegungstherapie und Gymnastik. Zu ihren Aufgaben gehören weiters verschiedene Maßnahmen zur Hebung der körperlichen Widerstandsfähigkeit und Leistungssteigerung, z.B. Wärmebehandlungen (warme Umschläge und ähnliches), Bestrahlungen (Infrarot-Wärmestrahlung), Schlammpackungen (Moor-Erde und Schlamm) und Wasserbehandlungen nach Kneipp (Wechsel von Warm- und Kaltwasser).

MasseurInnen erkundigen sich zunächst bei den KundInnen nach eventuell vorliegenden ärztlichen Befunden und Verschreibungen. Sie erfragen die Wünsche der KundInnen und tragen deren Daten in eine Kartei ein. Älteren oder gebrechlichen Personen helfen sie beim Auskleiden und beim Hinlegen auf den Massagetisch. Anschließend erstellen sie einen Tast- und Sichtbefund. Sie untersuchen die Haut auf Rötungen, Ekzeme usw. und stellen durch Tasten den Spannungszustand der Muskeln, Verhärtungen und die Dehnbarkeit des Gewebes fest. Bei Gelenksmassagen prüfen sie auch den Bewegungsumfang des Gelenkes. Diese Untersuchungen haben den Zweck, die Art und Dosierung der einzelnen Handgriffe festzulegen. Vor der eigentlichen Massage tragen die MasseurInnen Massageöl auf den Körper auf, um den Reibungswiderstand zu verringern, und behandeln ihn dann je nach Massagestelle mit streichenden, reibenden, knetenden, klopfenden und vibrierenden Handgriffen. Bei einer Ganzkörpermassage werden zuerst die Beine und Arme und dann der Leib behandelt. Am Ende einer Massage helfen die MasseurInnen den KundInnen gegebenenfalls beim Aufstehen und Ankleiden.

Gewerbliche MasseurInnen dürfen laut Gesetz nur den gesunden Körper behandeln. Daneben gibt es aber auch Medizinische MasseurInnen und HeilmasseurInnen, die nach dem Besuch der gesetzlich vorgesehenen (Zusatz )Ausbildungen und der Ablegung einer staatlichen Prüfung unter Aufsicht von ÄrztInnen Heilmassagen durchführen dürfen.

Beschäftigungsmöglichkeiten:
Gewerbliche MasseurInnen arbeiten in Kleinbetrieben des Masseurgewerbes, in Kuranstalten, Rehabilitationszentren, physiotherapeutischen Instituten, Facharztpraxen, Fremdenverkehrsbetrieben, Bädern, Sportzentren und Freizeitzentren. Die meisten Beschäftigungsbetriebe gibt es in städtischen Ballungszentren sowie in Kur-, Bade- und Fremdenverkehrsgebieten.

Eine selbständige Berufsausübung ist im Gewerbe „Massage“ möglich. Für AbsolventInnen des Lehrberufs „MasseurIn“ gelten folgende Voraussetzungen als Nachweis der fachlichen Qualifikation: Mindestens zweijährige fachliche Tätigkeit sowie erfolgreicher Besuch des Lehrgangs über die weiterführende Fachausbildung der Masseure (dieser Kurs darf nicht vor Ablauf von eineinhalb Jahren der fachlichen Tätigkeit begonnen worden sein). Weitere Regelungen siehe in der Massage-Verordnung. Eine freiberufliche Berufsausübung ist nur im freien Beruf HeilmasseurIn möglich (für MasseurInnen ist dazu eine entsprechende Aufschulung erforderlich).

Die Berufsaussichten sind recht günstig, weil die Nachfrage nach Massagen laufend zunimmt. Gründe dafür sind das hohe Gesundheits- und Körperbewusstsein der Bevölkerung und der verstärkte Einsatz manueller Behandlungsmöglichkeiten in der Medizin. Vor allem für gut ausgebildete MasseurInnen mit umfangreichen Kenntnissen und Fertigkeiten (z.B. verschiedene Spezialmassagetechniken) bieten sich zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten.

Einkommen:
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Lehrabsolvent/innen liegt zwischen 1.600,-- und 1.800,-- Euro brutto pro Monat. Dazu kommen noch die Trinkgelder, die in diesem Beruf oft einen wichtigen Bestandteil des Einkommens ausmachen.

Arbeitsbelastungen:
Ständiger Kontakt mit KundInnen, ständiges Stehen, körperliche Belastung durch teilweise großen Kraftaufwand.

Anforderungen:
Physische Ausdauer (Massieren erfordert teilweise große Kraftanstrengung; Durchführen längerer Massagen); Handgeschicklichkeit und Fingerfertigkeit (Ausführen der Massagegriffe; Ausführen knetender und klopfender Bewegungen); Tastsinn (Erstellen eines Tastbefundes); Unempfindlichkeit der Haut (Verwenden von Massageölen mit verschiedenen Wirkstoffen); Kontaktfähigkeit (Herstellen eines Vertrauensverhältnisses zu den Kunden vor Beginn der Behandlung); mündliche Sprachfertigkeit (Beraten der KundInnen, z.B. über Haltungsschäden), Selbstständigkeit (eigenverantwortliches Durchführen der Massagen), Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, hohes Einfühlungsvermögen, Reinlichkeit, Serviceorientierung.

Tipp:

Ausbildungsmöglichkeiten bietet vor allem der Lehrberuf „MasseurIn“. Die Lehrausbildung erfolgt im Lehrbetrieb und in der Berufsschule. Berufsschulen für diesen Lehrberuf gibt es derzeit in Kärnten (Klagenfurt), Oberösterreich (Linz), Salzburg (Stadt Salzburg), Steiermark (Graz) und Wien.

ACHTUNG: Der Lehrberuf "MasseurIn" kann erst nach Vollendung des 16. Lebensjahres begonnen werden! Der Grund ist, dass Ganzkörpermassagen erst ab dem vollendeten 17. Lebensjahr durchgeführt werden dürfen und daher dieser Ausbildungsinhalt nicht vermittelt werden könnte, wenn die 2-jährige Lehre bereits mit 15 Jahren begonnen wird. Bei Lehrlingen, die das 17. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, muss im Lehrvertrag eine Klausel aufgenommen werden, wonach die Vermittlung der Berufsbildposition "Ganzkörpermassagen" erst nach Vollendung des 17. Lebensjahrs erfolgen darf. Davor sind nur Teilkörpermassagen (z.B. Nacken- und Fußreflexzonenmassagen) erlaubt.

Das aktuelle Lehrstellenangebot zu diesem Lehrberuf ist im AMS eJob-Room ersichtlich.

Als Alternative zum Lehrberuf kommen auch Ausbildungsmöglichkeiten in Frage, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen angeboten werden.

Hast du noch Fragen oder interessierst du dich für einen anderen Beruf?
Dann schau einfach in das AMS-Berufslexikon.

 

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