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Beruf des Monats
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März 2017: Rettungs-/NotfallsanitäterIn
Haupttätigkeit:
Rettungssanitäter/innen (RS) arbeiten im Rettungs- und Krankentransportdienst und sind meist Teil der Besatzung von Rettungsfahrzeugen (gemeinsam mit Rettungsfahrer/in und fallweise Notarzt/-ärztin). Sie betreuen Kranke, Verletzte und sonstige hilfsbedürftige Menschen vor und während des Transports ins Krankenhaus.

In Akutsituationen (z.B. bei einem schweren Unfall) müssen die Rettungssanitäter/innen selbständig handeln und möglichst rasch den Zustand der Unfallopfer beurteilen und die lebensrettenden Sofortmaßnahmen einleiten. Falls kein/e Arzt/Ärztin vor Ort ist, muss unverzüglich ein Notarzt bzw. eine Notärztin angefordert werden. Die Rettungssanitäter/innen versuchen mit allen Mitteln, die lebenswichtigen Körperfunktionen (vor allem Atmung und Herzschlag) aufrecht zu erhalten bzw. wieder herzustellen, wobei sie auch Sauerstoff verabreichen oder Defibrillations-Maßnahmen durchführen (bei der Defibrillation werden Elektroden an den Brustkorb angelegt, um das Herz mit einem Stromschlag wieder zum Schlagen zu bringen bzw. den Herzschlag zu stabilisieren). Zu den Aufgaben gehören auch die Verabreichung von Infusionen und die Blutentnahme (Notfalldiagnostik) nach ärztlicher Anordnung. Das Ziel ist es, möglichst rasch die Transportfähigkeit der verletzten bzw. erkrankten Person für den Transport ins Krankenhaus herzustellen. Beim Eintreffen im Krankenhaus übergeben sie die Patienten/Patientinnen an das Krankenhauspersonal. Abschließend sind sie verpflichtet, die gesetzten sanitätsdienstlichen Maßnahmen schriftlich zu dokumentieren.

Rettungssanitäter/innen können die Zusatzausbildung für Notfallsanitäter/innen machen und haben dann einen erweiterten Aufgabenbereich. Notfallsanitäter/innen unterstützen die Ärzte/Ärztinnen bei allen notfall- und katastrophenmedizinischen Maßnahmen. Sie betreuen und transportieren Notfallpatienten/-patientinnen, verabreichen die für den Notfall erforderlichen Arzneimittel und sorgen eigenverantwortlich dafür, dass die Geräte, Materialien und Arzneimittel des Rettungswagens für den Einsatz bereit sind.

Beschäftigungsmöglichkeiten:
Rettungs- und Notfallsanitäter/innen arbeiten berufsmäßig oder ehrenamtlich oder auch im Rahmen des Zivildienstes bei den Rettungsorganisationen (vor allem Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariterbund, Johanniter, Malteser, Grünes Kreuz, ÖRD, Flugrettung, Bergrettung, Pistenrettung, Wasserrettung, Feuerwehr), aber auch bei staatlichen Sicherheitseinrichtungen (z.B. Polizei, Justizwache) oder beim Bundesheer.

Die Beschäftigungschancen in diesem Beruf sind nicht schlecht, denn Sanitäter/innen werden laufend gesucht, wenn auch der Personalbedarf in erster Linie durch ehrenamtlich tätige Sanitäter/innen abgedeckt wird. Zu bedenken ist, dass es sich hier um einen sehr anstrengenden und sowohl körperlich als auch seelisch sehr belastenden Beruf handelt.

Einkommen:
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt bei berufsmäßiger Ausübung dieses Berufs liegt zwischen 1.600,-- und 1.900,-- Euro brutto pro Monat.

Arbeitsbelastungen:
Arbeit unter hohem Zeitdruck, Stress, Abend- und Nachtdienst, Wochenenddienst, hohe Verantwortung, hohe psychische Belastung, körperliche Belastung durch schweres Heben und Tragen.

Fachliche und persönliche Anforderungen:
Fachqualifikationen werden beispielsweise in folgenden Bereichen für diesen Beruf benötigt: Katastrophen- und Zivilschutzkenntnisse (Bergen, Retten), Kenntnisse in Sozialarbeit und Sozialpädagogik (sozialpsychologische Notfallhilfe), medizinische Assistenzdienste (medizinische Grundkenntnisse, Erste Hilfe, Lagerung von Verletzten, Setzen von Wiederbelebungsmaßnahmen, Wundversorgung), medizinisches Fachwissen (Krankentransport), Fachmedizin (Notfallmedizin).

An überfachlichen Qualifikationen solltest du folgendes mitbringen: Hilfsbereitschaft, körperliche und psychische Belastbarkeit, rasche Auffassungsgabe und gutes Reaktionsvermögen, Einfühlungsvermögen, gute Beobachtungsgabe, hohe Kommunikations- und Teamfähigkeit, großes Verantwortungsbewusstsein.

Unser Tipp:
Ausbildungsmöglichkeiten
für Sanitäter/innen gibt es in ganz Österreich bei den meisten Rettungsorganisationen (vor allem Rotes Kreuz, Samariterbund, Malteser, Johanniter, Rettungs- und Krankenbeförderungsdienst der Stadt Wien ua.) und in sonstigen Sanitätsschulen. Eine Beschreibung der Ausbildung und eine Liste der Standorte gibt es im AMS-Ausbildungskompass.

Hinweis:
Voraussetzung für die berufsmäßige Ausübung von Tätigkeiten der Sanitäter/innen ist neben der erfolgreichen Absolvierung der Ausbildung für Rettungssanitäter/innen bzw. Notfallsanitäter/innen zusätzlich die erfolgreiche Absolvierung des Berufsmoduls (hier handelt es sich um eine theoretische Ausbildung von 40 Stunden zu den Themen „Sanitäts-, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht“, „Berufe und Einrichtungen des Gesundheitswesens“ und „Dokumentation“).

Die Berufs- und Tätigkeitsberechtigung der Sanitäter/innen ist mit jeweils zwei Jahren befristet. Zur Verlängerung der Berufs- und Tätigkeitsberechtigung bedarf es der Absolvierung von Fortbildungen (mindestens 16 Stunden zur Information über die neuesten berufseinschlägigen Entwicklungen und Erkenntnisse und zur Vertiefung der in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten) sowie einer Rezertifizierung (dabei überprüft ein qualifizierter Arzt die Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung einschließlich der Defibrillation mit halbautomatischen Geräten).

Die aktuellen Stellenangebote für Sanitäter/innen findest du im AMS eJob-Room.

Du hast Lust auf diesen Beruf bekommen und möchtest einen Einblick in die Arbeit der Sanitäter/innen erhalten? Dann schau dir dieses Berufsvideo an.

Hast du noch Fragen oder interessierst du dich für einen anderen Beruf?
Dann schau einfach in das AMS-Berufslexikon.

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