Home
Schule
Studium
Lehre
Berufsorientierungs-LehrerInnen
Beruf des Monats
Beruf des Monats
August 2014: Zimmerer / Zimmerin
Berufsbeschreibung:
Das Landschaftsbild unserer westlichen Bundesländer ist geprägt von den typischen Häusern mit ihren blumengeschmückten Holzbalkonen und den Holzgiebeln und Holzfassaden; auch die Innenausstattung der Häuser besteht oft großteils aus Holz, z.B. Zimmerdecken, Stiegen und Treppen, Wandverkleidungen usw. Und häufig finden wir noch Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude, die ganz aus Holz gebaut sind. Der Beruf, der mit der Anfertigung und dem Aufbau dieser Holzkonstruktionen befasst ist, heißt „Zimmerer“ bzw. „Zimmerin“, die Gewerbebezeichnung ist „Holzbaumeister“.

Zimmerer/Zimmerinnen stellen also alle Arten von Holzkonstruktionen und Holzbauten her. Hier die wichtigsten Beispiele: Dachstühle, Treppen, Holzdecken, Wandverkleidungen, Fußböden, Fertighäuser und Gartenhäuser, landwirtschaftliche Holzgebäude (Scheunen, Schuppen, Schutzhütten) und sogar Holzverschalungen im Betonbau.

Die wichtigsten Aufgaben der Zimmerer/Zimmerinnen im Holzbaumeistergewerbe sind kurz folgende: Vorbereitungsarbeiten (Studium der Konstruktionspläne, Erstellung von Konstruktionsskizzen, Berechnen des Materialbedarfs, Auswahl der geeigneten Hölzer); Zuschneiden der Holzteile und Vorbereiten der Verbindungsstellen (z.B. durch Ausfräsen von Zapfen und Hohlformen); Zusammenbauen der vorbereiteten Holzteile auf der Baustelle (z.B. Verbinden mit Nägeln und Schrauben); Hochheben der Holzkonstruktionen mit maschinellen Hebevorrichtungen; Aufbringen von Schutzanstrichen und Isoliermaterialien; Erneuern und Reparieren beschädigter Holzkonstruktionen, Restaurierungsarbeiten. In der Bauindustrie finden wir häufig eine Spezialisierung der Zimmerer/Zimmerinnen auf Schalungs- und Gerüstarbeiten oder die industrielle Produktion von Holzfertigteilen und Holzfertigteilbauten. Im Fertigteilbau wirken sie an der Herstellung der Bauteile mit, soweit hier Holzkonstruktionen verwendet werden. Auch im Betonbau werden teilweise noch Zimmerer/Zimmerinnen für die Herstellung von Schalungen für Decken, Wände und Treppen sowie von schalungsabstützenden Traggerüsten benötigt.

Voraussetzungen und Anforderungen:
Um diesen Beruf erlernen und ausüben zu können, sind zahlreiche Voraussetzungen zu erfüllen. Erforderlich sind vor allem folgende Eigenschaften: kräftiger Körperbau (Tragen schwerer Holzteile); körperliche Wendigkeit (Montagearbeiten am Dach und auf Gerüsten); Gleichgewichtsgefühl (Montagearbeiten am Dach); Handgeschicklichkeit (Herstellen von Holzverbindungen); Unempfindlichkeit der Haut (Verarbeiten von Dämmmaterialien); räumliche Vorstellungsfähigkeit (Arbeiten nach Werkzeichnungen); mathematisch-rechnerische Fähigkeit (Materialbedarfsberechnungen); Fähigkeit zur Zusammenarbeit (Montagearbeiten im Team).

Arbeitsumfeld:
Das Arbeitsumfeld der Zimmerer/Zimmerinnen ist geprägt durch Außenarbeit (Arbeiten auf Baustellen), erhöhte Verletzungsgefahr (Arbeiten mit Schneidwerkzeugen und  maschinen), Hitze-, Kälte- und Nässebelastung (Arbeiten meist im Freien), hohe Eigenverantwortung (Unfallvermeidung), Lärmbelastung (Arbeiten mit Schneide- und Bohrmaschinen), Montage (längere Auswärtsaufenthalte bei größeren Bauprojekten), Saisonarbeit (Ruhen der Bautätigkeit im Winter), Schmutzbelastung (Holzstaub, Dämmmaterial, Schutzanstriche), schweres Heben und Tragen (Transportieren der Holzteile, Arbeiten mit schweren Geräten und Werkzeugen); Staubbelastung (Fräsen, Schneiden).

Anfangseinkommen:
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt der Zimmerer/Zimmerinnen liegt zwischen 1900 und 2100 EURO brutto pro Monat.

Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten:
Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Zimmerer/Zimmerinnen gibt es in den Klein- und Mittelbetrieben des Holzbaumeistergewerbes sowie in Betrieben des Baugewerbes und der Bauindustrie.

Die Berufsaussichten für Zimmerer/Zimmerinnen sind gut (gute Auftragslage durch Sanierungsarbeiten/Altstadterneuerung, Dachgeschoßausbauten, Nachfrage nach Sonderanfertigungen wie Holzdecken oder Wandverkleidungen). Allerdings sind in diesem Beruf - wie in vielen anderen Berufen der Baubranche - die Beschäftigungsmöglichkeiten stark saisonabhängig, da im Winter kaum Außenarbeiten durchgeführt werden können. In den Wintermonaten steigt daher die Zahl der Arbeitsuchenden regelmäßig an, während in der warmen Jahreszeit mitunter Mangel an Arbeitskräften herrscht.

Unser Tipp:

Die Ausbildung erfolgt in der Lehre im Lehrberuf „Zimmerei“. Diese Lehre dauert 3 Jahre.

Als Alternative zum Lehrberuf kommen auch einige schulische Ausbildungsmöglichkeiten in Frage:

  • Fachschule für Bautechnik (Dauer: 4 Jahre; Voraussetzung: positiver Abschluss der 8. Schulstufe)
  • Fachschule für Bautechnik und Bauwirtschaft (Dauer: 4 Jahre; Voraussetzung: positiver Abschluss der 8. Schulstufe)
  • Höhere Lehranstalt für Bautechnik (Dauer: 5 Jahre; Voraussetzung: positiver Abschluss der 8. Schulstufe), z.B. mit dem Ausbildungsschwerpunkt Holzbau (Standorte: Graz, Hallein, Linz, Pinkafeld, Zeltweg)
  • Bauhandwerkerschule für Zimmerer (Dauer: 3 Wintersemester; Voraussetzung: abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung; Lehrabschlussprüfung oder Facharbeiterprüfung)
  • Kolleg/Aufbaulehrgang für Innenraumgestaltung und Holztechnik (Dauer: 4 Semester; Voraussetzungen: Reifeprüfung oder Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung bzw. 4-jährige facheinschlägige Fachschule oder sonstige Fachschule/Lehrabschlussprüfung plus Aufnahmeprüfung oder Vorbereitungslehrgang)

Einen guten Einblick in den Lehrberuf „Zimmerei“ gibt dir das Berufsvideo „Zimmerer/Zimmerin“.

Du hast Lust auf diesen oder einen anderen Beruf bekommen und möchtest noch mehr Informationen haben? Dann schau doch mal ins AMS-Berufslexikon oder den Ausbildungskompass.


 

<< zurück  -   zur Auswahl   -  weiter >>
JOBfenster
Jobreporter/innen
Karrierekompass
Clevere Girls
Beruf des Monats