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Mai 2014: ChemikerIn
Haupttätigkeit:
ChemikerInnen beschäftigten sich mit dem Aufbau und der Umwandlung von Stoffen. Sie arbeiten unter anderem an der Entwicklung und Verbesserung von Materialien, an der Reaktion und Synthese von Roh- und Grundstoffen, an der Entwicklung und Verbesserung von Produktionsverfahren, an Fragen der Kontrolle und Qualitätssicherung und an den dazu notwendigen analytischen Methoden und Technologien.

Innerhalb der Chemie ist zwischen allgemeiner Chemie, analytischer Chemie, anorganischer, organischer oder physikalischer Chemie sowie EDV-gestützter Chemie zu unterscheiden. Großen Einfluss auf die Tätigkeit von ChemikerInnen hat die Computertechnik: In großen Datenbanken werden heute z.B. Ausgangsstoffe, Herstellungsvorschriften, Patente u.a.m. gespeichert und erleichtern die früher aufwändigen wissenschaftlichen Recherchearbeiten sowie die internationale Zusammenarbeit. Ein weiterer Anwendungsbereich von Computertechnik ist die Möglichkeit der Simulation chemischer Prozesse (an Stelle konventioneller Experimente). So können z.B. Molekülstrukturen am Computer erzeugt und dargestellt werden und ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften errechnet werden.

Chemie-Ingenieur(e)innen beschäftigen sich vor allem mit Fragen der Analytik und der chemischen Verfahren. Der Beruf umfasst chemische Testreihen und Analysen ebenso wie die Konstruktion, Wartung und Reparatur maschineller Anlagen, die Überwachung der Produktionsabläufe und die Qualitätskontrolle der Produkte. Weiters überwachen sie die Produktionsverfahren, suchen Verbesserungsmöglichkeiten und sorgen für die Instandhaltung der eingesetzten Maschinen.

Als AnalytikerInnen, MolekularbiologInnen oder GentechnikerInnen arbeiten Chemie- Ingenieur(e)innen in Forschungs- und Entwicklungslaboratorien. Sie arbeiten im Bereich der Qualitätskontrolle und -sicherung und überwachen die Produktion in chemischen, pharmazeutischen und verwandten Industriezweigen. Sie entwickeln und optimieren EDV-gestützte Verfahren, werten Ergebnisse aus, stellen diese grafisch dar und interpretieren sie.

In der Umwelttechnik und Ökologie setzen sich Chemie-Ingenieur(e)innen mit Problemen der Schadstoffe, ihrer Auffindung und Quantifizierung mit physikalischen Messtechniken der Spurenanalytik sowie mit der Anwendung mikrobiologischer Methoden der Abwasseraufbereitung auseinander. Darüber hinaus wirken sie auch bei der Entwicklung von Vermeidungs-, Verwertungs- und Entsorgungsstrategien sowie bei der Lösung von Abfall-, Abluft- und Abwasserproblemen entscheidend mit.

Als Vertriebsingenieur(e)innen sind Chemie-Ingenieur(e)innen zuständig für Verkauf, Marketing und Akquisition oder für Kundenbetreuung und Einführung von neuen Geräten und Verfahren. Als ProjektleiterInnen bzw. Prozessingenieur(e)innen haben sie die Aufgabe, Verfahren der Reaktionstechnik zu entwickeln und zu optimieren, neue Produkte zu planen, zu prüfen und zu kalkulieren sowie Laboratorien und Produktionsanlagen durch Computereinsatz zu automatisieren.

Andere Berufsbezeichnungen und Spezialisierungen sind beispielsweise Chemie-IngenieurIn, ChemikerIn im Bereich Analytische Chemie, ChemikerIn im Bereich Allgemeine Chemie, ChemikerIn im Bereich Anorganische Chemie, ChemikerIn im Bereich Organische Chemie, TechnischeR ChemikerIn, BiochemikerIn, ArzneimittelchemikerIn, LebensmittelchemikerIn, ErdölchemikerIn.

Beschäftigungsmöglichkeiten:
Berufliche Möglichkeiten bestehen im Bereich der Technischen Chemie, Verfahrenstechnik und Analytik. Chemie-Ingenieur(e)innen (Technische ChemikerInnen) arbeiten in der Industrie, in wissenschaftlichen Instituten oder bei Behörden und Ziviltechnikern an Aufgaben im mittleren Funktionsbereich, als VertriebsingenieurIn oder ProjektleiterIn, in der Forschung, in der Laboranalytik, als UmwelttechnikerIn in den Bereichen Luft-, Wasser- und Bodenreinhaltung und im Bereich der Molekularbiologie und Gentechnologie in Pharmabetrieben, biochemischen Instituten und lebensmitteltechnologischen Betrieben. Chemie-Ingenieur(e)innen arbeiten in allen Branchen der Industrie, in denen die Chemie eine wichtige Rolle spielt, z.B. Waschmittel- und Düngemittelproduktion, Weiterverarbeitung von Produkten aus Erdöl und Erdgas, Kunststoffproduktion. Dort führen sie an den Produktionsmaterialien Qualitätsuntersuchungen durch. Dabei werden Ausgangs-, Zwischen- und Endprodukte durch chemische Analysen überprüft. Die Analyseauswertung erfolgt meist computergestützt.

ChemikerInnen auf Hochschulniveau arbeiten nicht zuletzt in der wissenschaftlichen Forschung. Diese wird in erster Linie an den einschlägigen Universitätsinstituten betrieben bzw. in Kooperation zwischen Universitäten und zumeist größeren Unternehmen. Die Personalnachfrage seitens der Industrie ist von der Konjunktur bzw. auch stark von den Standortentscheidungen der zumeist international agierenden Unternehmen abhängig. Wichtige Industriebranchen als Arbeitgeber sind z.B.: Biochemie bzw. Biotechnologie, Nahrungsmittelindustrie, Farbenindustrie und Pharmaindustrie. ErdölchemikerInnen arbeiten in der Erdöl verarbeitenden Industrie (z.B. Raffinerie). ChemikerInnen, die ein Lehramtsstudium absolviert haben, arbeiten in der Regel als LehrerIn an allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen. Darüber hinaus finden sich ChemikerInnen mit Hochschulabschluss auch in den Bereichen Verkauf, betrieblicher Umweltschutz, Qualitätssicherung u.ä. Für AbsolventInnen technischer Studienrichtungen, also auch der Chemie, besteht darüber hinaus die Möglichkeit zur selbstständigen Erwerbstätigkeit als IngenieurkonsulentIn.

Einkommen:
Durchschnittliches Einstiegsgehalt ab Euro 2090 bis 2820 brutto pro Monat. Je nach Ausbildungsniveau sind große Unterschiede beim Einstiegsgehalt möglich: Mittlere/Höhere Schulen von EUR 2090 bis EUR 2320; Uni/FH/PH von EUR 2540 bis EUR 2820; sonstige Ausbildung von EUR 2090 bis EUR 2320.

Arbeitsumfeld:
Geruchsbelästigung, Gesundheitliche Risken, hohe Eigenverantwortung, MitarbeiterInnenführung, Umgang mit Chemikalien

Fachliche und persönliche Anforderungen:
Fachliches Wissen benötigt man rund um Biotechnologie (z.B. Konservierung von Nahrungs- und Genussmitteln), allgemeine Chemie (Stöchiometrie), analytische Chemie (Chromatografie, Nass-chemische Analysemethoden) oder organische Chemie (Biochemie), Energietechnik-Kenntnisse (insbesondere in der Erdölchemie), naturwissenschaftliches Fachwissen (v.a. Chemie, teilweise auch Physik, Biologie, Medizin), Kenntnis wissenschaftlicher Arbeitsmethoden, Projektmanagement im Wissenschafts- und Forschungsbereich, Recherche (Datenbankrecherchen), Verfassen wissenschaftlicher Texte, Labormethoden (insbesondere Chemische Arbeitsverfahren wie etwa Chemische Messverfahren und Syntheseverfahren), Molekularbiologische Arbeitsverfahren, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Papier- und Zellstofferzeugung (in der Papier- und Zellstoffindustrie), Qualitätsmanagement (Technische Qualitätskontrolle), Chemische Verfahrenstechnik, Chemoinformatik, Mathematik

Überfachliche Qualifikationen und persönliche Anforderungen:
Logisch-analytisches Denkvermögen, Abstraktionsvermögen, Problemlösungsfähigkeit, Lernbereitschaft, Genauigkeit, Zuverlässigkeit, gute Englischkenntnisse (auch Fach-Englisch), Teamarbeitsfähigkeit, Organisationstalent (Projektmanagement)

Unser Tipp:
Ausbildungsmöglichkeiten gibt es beispielsweise hier:

  • Lehre: z.B.: ChemielabortechnikerIn, ChemieverfahrenstechnikerIn, Pharmatechnolog(e)in
  • Fachschulen: z.B.: Fachschule für Chemie (Ausbildungszweige Biochemie und Bioanalytik, Chemische Technologie und Umwelttechnik), Fachschule für Chemische Betriebstechnik (mit Betriebspraktikum), Fachschule für Textilchemie
  • Berufsbildende Höhere Schulen: z.B. Höhere Lehranstalt für Chemie (Ausbildungsschwerpunkte: Biochemie, Bio- und Gentechnologie, Chemie - Betriebsmanagement und Marketing, Leder- und Naturstofftechnologie, Oberflächentechnik, Technische Chemie – Umwelttechnik);
  • Höhere Lehranstalt für Chemieingenieurwesen (Ausbildungsschwerpunkte: Chemische Betriebs- und Umwelttechnik, Chemische Betriebstechnik, Chemische Betriebstechnik - Schulautonome Vertiefung Biochemie und Biotechnologie, Textilchemie)
  • Fachhochschul-Studiengänge: z.B. Biotechnologie, Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik, Bio- und Umwelttechnik, Technisches Umweltmanagement und Ökotoxikologie
  • Universitätsstudien: z.B. Chemie, Biologische Chemie, Technische Chemie, Wirtschaftsingenieurwesen – Technische Chemie, Biochemie und Molekulare Biomedizin

Du hast Lust auf diesen Beruf bekommen und möchtest noch einen tieferen Einblick haben? Dann schau dir mal diese Videos an: Mit Neugier und Geduld – Besuch im Forschungslabor oder viele weitere Videos mit Berufen im Bereich Chemie.

Hast du noch Fragen oder interessierst du dich für einen anderen Traumberuf?
Dann schau einfach mal ins AMS-Berufslexikon.

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