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September 2013: ErgotherapeutIn
Du möchtest nach der Reifeprüfung gern in einem medizinischen Bereich tätig sein, aber ein Medizinstudium ist dir doch zu aufwändig? Oder du würdest gerne kranken Menschen bzw. Menschen mit Behinderung helfen, ihren Alltag zu bewältigen, und dabei dein handwerkliches und gestalterisches Geschick, deine Kreativität und dein Einfühlungsvermögen einsetzen? Dann klingt das hier nach deinem Traumjob. Voraussetzung ist eine 3-jährige Ergotherapie-Ausbildung (Bachelor-Studium an einer Fachhochschule, das auch ohne Reifeprüfung nach einer Gesundheits- und Krankenpflege-Diplomausbildung begonnen werden kann).

Hauptaufgaben:
Die Ergotherapie unterstützt Menschen bei der Erhaltung, Verbesserung und Wiedererlangung ihrer individuellen Handlungsfähigkeit im Alltag. Die Bezeichnung Ergotherapie leitet sich aus dem altgriechischen Begriff „ergon“=“Werk/Arbeit“ her und wurde deshalb gewählt, weil bei dieser Art von Therapie vor allem handwerkliche und kreative Tätigkeiten sowie Alltagstätigkeiten gezielt eingesetzt werden, um eingeschränkte oder verloren gegangene körperliche und geistige Fähigkeiten (Gehen, Greifen, Alltagshandlungen, Erinnerungsvermögen usw.) zu verbessern oder wieder zu erlangen. ErgotherapeutInnen behandeln auf Grund ärztlicher Verordnung kranke und behinderte Menschen, die z.B. nach einem Unfall, einer Operation oder einem Schlaganfall Bewegungseinschränkungen der Arme/Beine aufweisen und alltägliche Verrichtungen erst mühsam wieder erlernen und üben müssen, beispielsweise durch regelmäßiges Geh-Training, Ess-Training, Klosett-Training, Anzieh-Training usw. In vielen Fällen ist es auch erforderlich, Hilfsmittel (Rollstühle, Krücken, Gehhilfen usw.) an die Bedürfnisse der PatientInnen anzupassen oder diese Hilfsmittel für den speziellen Einzelfall herzustellen (z.B. Schienen aus Kunststoff zur Stützung von Gliedmaßen und Gelenken). Ein wichtiger Aufgabenbereich der ErgotherapeutInnen ist die Hilfe zur Selbsthilfe, also die Beratung und Schulung der PatientInnen zu Themen wie der Bewältigung der Alltagsanforderungen, des richtigen Einsatzes der Hilfsmittel sowie des selbständig durchzuführenden regelmäßigen Übungsprogramms.

Beschäftigungsmöglichkeiten:
ErgotherapeutInnen arbeiten vor allem in Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Therapiezentren, Sanatorien, Heil- und Kuranstalten, Sozialstationen, PensionistInnen- und Pflegeheimen, in Werkstätten für Menschen mit Behinderung sowie in (Sonder-)Schulen und (Sonder-)kindergärten. Es besteht auch die Möglichkeit einer freiberuflichen Ausübung des Berufs.

Durchschnittliches Einstiegsgehalt:
Wegen der großen Vielfalt an Beschäftigungsbetrieben gibt es auch eine relativ große Spanne beim Einstiegsgehalt: Es bewegt sich zwischen monatlich (brutto) 2100 Euro und 2400 Euro.

Arbeitsumfeld:
Das Arbeitsumfeld der ErgotherapeutInnen ist geprägt durch hohe Verantwortung (Arbeit mit kranken/behinderten Menschen), hohe psychische Beanspruchung (Konfrontation mit schweren körperlichen und geistigen Leiden, mit Menschen in Ausnahmesituationen) und ständigen Kontakt mit Menschen.

Voraussetzungen und Anforderungen:
Die wichtigsten Voraussetzungen für die Erlernung dieses Berufes sind ein grundlegendes Interesse an medizinischen und psychologischen Fragen, der Wunsch, kranken und behinderten Menschen zu helfen, künstlerisch-manuelle Begabung und handwerkliches Geschick, Unempfindlichkeit gegenüber medizinischen Chemikalien (z.B. Desinfektionsmittel) sowie gegenüber menschlichen Sekreten und Exkrementen, soziale Kompetenz, Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, sprachliches Ausdrucksvermögen (Beratung) und Kommunikationsfähigkeit. Die Berufsanforderungen umfassen neben den ergotherapeutische Kenntnisse vor allem die Bereiche Gesundheitsförderung, wissenschaftliche Arbeitsmethoden, Sozialarbeit und Sozialpädagogik sowie medizinische Grundkenntnisse bzw. medizinisches Fachwissen als auch pädagogische und physiotherapeutische Kenntnisse sowie Fachsprachenkenntnisse.

Unser Tipp:
Die Ausbildung der ErgotherapeutInnen erfolgt am Fachhochschulstudiengang „Ergotherapie“ (Bachelorstudium, Dauer: 3 Jahre; FH-Standorte: Klagenfurt, Krems, Wiener Neustadt, Linz, Puch/Salzburg, Bad Gleichenberg/Steiermark, Innsbruck, Wien). Die Zulassungsvoraussetzungen sind entweder die Reifeprüfung (bzw. die Berufsreifeprüfung oder eine einschlägige Studienberechtigungsprüfung) oder (mit Zusatzprüfung) eine einschlägige berufliche Qualifikation (vor allem Diplom im Gesundheits- und Krankenpflegedienst oder im medizinisch-technischen Fachdienst). Vor der Aufnahme müssen weiters ein schriftlicher Test sowie ein persönliches Vorstellungsverfahren absolviert werden.

Einen guten Einblick in den Beruf ErgotherapeutIn gibt dir dieses Berufsvideo.

Weitere Informationen zum Beruf und zur Ausbildung findest du auf der Internet-Seite des Berufsverbandes der ErgotherapeutInnen - „Ergotherapie Austria“.

Du hast Lust auf diesen oder einen ähnlichen Beruf bekommen und möchtest noch mehr Informationen haben? Dann schau doch mal ins AMS-Berufslexikon.

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